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Naturraum

Die Lausitz unterteilt sich landschaftlich in zwei unterschiedliche Gebiete, die Ober- und die Niederlausitz, sie haben eine ganz verschiedene geologische Geschichte.

 

Die Oberfläche der Niederlausitz wurde wie die des ganzen Norddeutschen Tieflandes durch die Eiszeit geformt und zwar während des annähernd zwei Millionen Jahre dauernden Pleistozäns in der Neuzeit der Erde. Es gab vier Eiszeiten mit drei Zwischeneiszeiten. Das Eis ließ nach der Schmelze fruchtbare Grundmoränen zurück und hügelige Endmoränen, große Sandflächen und viele Seen. Durch die Niederlausitz zieht sich der Lausitzer Grenzwall, ein Teil des südlichen Landrückens, der sich nordwestlich im Niederen Fläming fortsetzt. Es handelt sich um die Hauptendmoräne des Warthestadiums der Saaleeiszeit. Die höchste Erhebung des Lausitzer Grenzwalls beträgt 167 m. Der Südliche Landrücken stellt hier eine Wasserscheide dar. Die von Süden kommenden Flüsse Dahme, Spree und Neiße haben Durchbrüche geschaffen. Südlich des Lausitzer Grenzwalls schließt sich das Urstromtal der Schwarzen Elster an. Zur jüngeren glazialen Serie gehört als Abflussrinne das Baruther Urstromtal, deren Bett in der Niederlausitz von der Spree genutzt wird, die sich hier zum Spreewald verzweigt. Nahezu weltweit einmalig ist der Muskauer Faltenbogen, eine Stauchendmoräne der Saaleeiszeit. Der Inlandeis-Gletscher stauchte die vor und unter ihm liegenden Sand- und Braunkohleschichten auf einer Länge von mehr als 40 km zu einem hufeisenförmigen Faltenbogen auf. Er ist als flacher Hügelzug beiderseits der Neiße erhalten. Die Oberfläche der Niederlausitz wurde grundlegend im ausgehenden Mittelpleistozän vor ca. 150.000 Jahren geschaffen und in den folgenden Epochen des Jungpleistozäns und des Holozäns glaziär (Verformung durch Gletschereis), vor allem aber durch Verwitterung, Abtragung, Ausspülung und Verwehung sowie durch Sedimentation geformt. Die Niederlausitz ist somit größtenteils ein Tiefland, das ursprünglich von ausgedehnten Mooren, Bruchwäldern und Buchen-Eichenwäldern bedeckt war. Im 19. Jahrhundert waren verbreitet Kiefernforste anzutreffen. In jüngster Zeit entstand und entsteht durch die Rekultivierung des Lausitzer Braunkohlenrevieres das Lausitzer Seenland.

 

Die Oberlausitz dagegen zeigt ein ganz anderes Bild, geomorphologisch wird sie durch das einheitliche Lausitzer Granitmassiv geprägt. In ihr liegen das Lausitzer Bergland und das Zittauer Gebirge (höchste Erhebung: Lausche, 793 m ü. NN), beide gehören zu den deutschen Mittelgebirgen. Diese entstanden aus dem großen Variskischen Gebirge aus dem Erdaltertum, das sich im großen Bogen vom französischen Zentralplateau bis zur Mährischen Pforte erstreckte. Als in der Tertiärzeit (Beginn vor 60 Millionen Jahren) die Alpen aufgefaltet wurden, zerbrach dieses schon stark abgetragene Gebirge in einzelne Schollen, abgeschliffene, gerundete Formen. Das mittlere offene wellige Hügelland zwischen Kamenz und Löbau, mit Bautzen im Zentrum, das Oberlausitzer Gefilde, war gut für die Landwirtschaft geeignet und ist auch heute noch sehr ertragreich. Das Gebiet war deutlich länger in relevanter Größenordnung besiedelt als die benachbarten Naturräume und war ein Hauptzentrum der Lausitzer Kultur. Lediglich der Norden und Nordosten der Oberlausitz ist eiszeitlich geformt, er wird von der flachen Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft eingenommen. Alle größeren Flüsse der Oberlausitz fließen von Süden nach Norden. Im Westen bildete die Pulsnitz früher die Landesgrenze zu Sachsen. Die Spree nimmt ihren Ausgang ganz im Süden des Landes und fließt durch Bautzen. Die Lausitzer Neiße entspringt im böhmischen Isergebirge, tritt nahe Zittau auf Oberlausitzer Gebiet, durchfließt Görlitz und verlässt das Land bei Bad Muskau in Richtung Niederlausitz.

Virtuelle Vitrine

  • Wandregal

Vitrinenbild
  • Beschreibung:

    Wandregal für Rührgeräte,

  • Zeitstellung:

    1910

  • Museum:

    Museumsscheune Bloischdorf