Die Lausitzen
Bei der Lausitz sprechen wir von einer Region, die also einerseits geologisch aber auch politisch und kulturhistorisch in zwei Teile zu unterscheiden ist. Die früher gebräuchliche Bezeichnung "Lausitzen" benennt zwei verschiedene aneinandergrenzende Länder: die Ober- und die Niederlausitz. Der Name Lausitz bezog sich ursprünglich nur auf das von westslawischen Stämmen besiedelte Gebiet um Cottbus (das alte Land der Lusitzi), die heutige Niederlausitz. Nachdem sich die Bezeichnung im 15. Jahrhundert auch auf die Gebiete um Bautzen, Görlitz und Zittau, die heutige Oberlausitz, ausgedehnt hatte, wurde die Unterscheidung in Nieder- und Oberlausitz gebräuchlich.
Grenzen der Niederlausitz
Das Gebiet der Niederlausitz hat historisch fließende Grenzen und es ist problematisch, eindeutige Linien zu ziehen. Im Norden verläuft die Grenze etwa mit dem Spreelauf, ungefähr auf der Linie Eisenhüttenstadt, Schwielochsee, Neu Lübbenau. Südwestlich bildet das Stromtal der Schwarzen Elster, westlich der Niedere Fläming und nordwestlich der Teltow die Grenze der Niederlausitz. Im Süden begrenzt die Niederlausitz der Lauf der Schwarzen Elster. Dort, wo dieselbe an das Niederlausitzer Heideland stößt, verlängern wir ihren Lauf durch eine gedachte Linie nach Osten, die die Neiße überschreitet und bis zur Niederschlesischen Heide (Bory Dolnośłąskie) führt. So haben wir etwa die südliche Grenze. Im Osten begrenzt die Bober (Bobr), dort wo dieser in die Oder eintritt, die Region.
Grenzen der Oberlausitz
Die Oberlausitz ist die Region zu beiden Seiten der oberen Spree zwischen der Elbe und der Neiße. Im Westen bildete die Pulsnitz früher die Landesgrenze zu Sachsen. Die Ostgrenze der alten Oberlausitz wurde vom Queis markiert, der auch an Lauban vorbeiströmt und weiter nördlich auf schlesischem Gebiet in den Bober mündet. Nach Süden schließen sich das Elbsandsteingebirge und das Lausitzer Gebirge an.
Die Geschichte beider Länder weist zwar viele Parallelen auf. Aufgrund der Tatsache, dass beide Regionen aber eigene Teilstaaten waren und teilweise erheblich unterschiedliche Entwicklungen nahmen, sollte eine getrennte Betrachtung erfolgen.
Herausbildung des Namens Oberlausitz
Für die Region zwischen den Flüssen Pulsnitz im Westen und Queis im Osten (das alte Land der Milzener) waren bis ins 16. Jahrhundert verschiedene Bezeichnungen wie „das ganze Land Budissin“ oder „die Länder Budissin und Görlitz“ gebräuchlich, es gab jedoch keinen einheitlichen Landschaftsnamen. Die Gründung des Sechsstädtebundes im Jahr 1346 führte nun zu einem neuen Landesnamen. Der Grund dafür lag darin, dass neben den königlichen Städten Bautzen, Görlitz, Lauban, Löbau und Kamenz auch das bis dahin böhmische Zittau in den Bund und damit in das Bautzener Markgraftum eingegliedert wurde, für das sich auch die Bezeichnung „Land der Sechsstädte“ oder kurz „Sechsstädte“ durchsetzte (lateinisch: „Hexapolis“ oder „terra hexapolitana“).
Seit dem 15. Jahrhundert kam es dann vermehrt zur Verwendung des Namens „Lusatia“ für das Gebiet der heutigen Oberlausitz und schließlich für die gesamte Lausitz (erstmals 1409 an der Universität Leipzig). In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Unterteilung der Lausitzen und die Bezeichnung des „Sechsstädtelandes“ als „Lusatia superior“, also Oberlausitz, durch (offiziell erstmals 1474 in einer Urkunde des ungarischen Hofes). Von den Einwohnern selbst wurde der Landesname erst in der Mitte des folgenden Jahrhunderts nach und nach im Sinne eigener regionaler Identität gebraucht.