Oberlausitz

Besiedlung

Das Gebiet der Oberlausitz war nach Stand der ur- und frühgeschichtlichen Forschung bis in die jüngere Bronzezeit (11. bis 9. Jahrhundert v. Chr.) scheinbar wenig besiedelt. Die Träger der Lausitzer Kultur drangen schließlich vom Neißetal und von Böhmen her in die Region vor und mit dem Ausklingen dieser ersten große Siedlungsphase existierte in der Region wahrscheinlich über mehrere hundert Jahre nur eine geringe Restbevölkerung. Bis mit dem 6. und 7. Jahrhundert slawische Stämme aus Osten einwanderten. Im Gebiet zwischen den heutigen Städten Kamenz und Löbau ließ sich der Stamm der Milzener nieder. Ihr Zentrum war eine Burgsiedlung an der Stelle der heutigen Ortenburg in Bautzen.

 

Ostexpansion und territoriale Konsolidierung

Seit dem 10. Jahrhundert wurde jedoch die Eigenständigkeit der slawischen Stämme durch den Expansionsdruck des ostfränkisch-deutschen Reiches unter König Heinrich I. bedroht. 939 gelang es König Otto I. die Milzener erneut zu besiegen und um 990 konnte Markgraf Ekkehard I. von Meißen die Milzener endgültig unterwerfen. Territoriale Besitznahme und Missionierung gingen in Folge einher, die Oberlausitz war nun dem 968 gegründeten Bistum Meißen zugeordnet worden. Zwischen 1002 und 1031kam die Oberlausitz, ähnlich der Niederlausitz, unter Einfluss des erstarkten polnischen Königreiches.

Der deutsche König vergab das Reichslehen bzw. Markgraftum Oberlausitz über mehrere Jahrhunderte nur zur Verwaltung an verschiedene Markgrafen, Könige und Kaiser. Dadurch konnte der jeweilige Herrscher die Oberlausitz nicht seinem Stammland einverleiben. So entwickelte sich der oberlausitzer Adel ausschließlich aus Lehensleuten, die aus den westlich der Elbe gelegenen Regionen eingewandert waren. Das Markgraftum Oberlausitz hat so auch seine eigene Verfassungsgeschichte. Mit dem 12. Jahrhundert kam die Oberlausitz endgültig unter die Autorität böhmischer Herrscherhäuser. In dieser Zeit entstanden, abgesehen vom älteren Bautzen, alle bedeutenden Städte der Oberlausitz, und wurden alle bedeutenden kirchlichen Institutionen des Landes gegründet. Unter den böhmischen Königen intensivierte sich ebenso der Landesausbau, dazu wurden deutsche Bauern ins Land geholt.

Politisch von Bedeutung war die Einsetzung von Landvögten als Stellvertreter des Landesherren unter den Askaniern (mitteldeutsche Fürstendynastie, seit 1157 Markgrafen von Brandenburg) im 13. Jahrhundert. Mit diesem landesherrlichen Amt in der Oberlausitz wurden die Befugnisse der Burggrafen und Landrichter in einer Hand vereinigt und sogar noch erweitert. In die Zeit der Herrschaft der Askanier fiel auch die von Markgraf Otto IV. von Brandenburg 1268 vorgenommene Teilung der Oberlausitz in die Länder Bautzen (Land Budissin) und Görlitz das herausragendste Ereignis (bis 1329).

 

Der Sechsstädtebund

Unter der Herrschaft Karls IV., seit 1346 deutscher König und König von Böhmen (1355 wurde er zum Kaiser gekrönt), entwickelten sich einige Oberlausitzer Städte zu neuen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Region. Am 21. August des Jahres 1346 gründeten die fünf bedeutendsten königlichen Städte der Oberlausitz Bautzen, Görlitz, Löbau, Kamenz und Lauban und das damals noch böhmische Zittau den Sechsstädtebund. Das geschah mit Billigung des böhmischen Königs, der die Städte mit zahlreichen Privilegien unterstützte, und diente dem Kampf gegen Rittertum und Straßenräuberei in der Oberlausitz. Der Bund besaß juristische Sondervollmachten und war stellvertretend für den Landesherrn Träger der Staatlichkeit. Der Landesherr sandte lediglich einen Landvogt als seinen Vertreter in die Oberlausitz, welcher traditionell aus dem Adel eines der böhmischen Kronländer berufen wurde (Vor 1620 ist lediglich einmal ein Oberlausitzer als Landvogt bezeugt). Aus dem Krieg gegen die Hussiten ging das Bündnis letztendlich gestärkt heraus. So hatte sich Ende des 15. Jahrhunderts sich das politische System des Markgraftums Oberlausitz weitgehend gefestigt. Neben dem Landvogt gab es in Bautzen und Görlitz noch je einen Amtshauptmann, somit bildeten diese drei Beamten die gesamte königliche Verwaltung. Machtzentrum des Landes war der ständische Landtag.

Die Reformation und Zeit der Habsburger
Die Teilung der Oberlausitz 1815
Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg

 

Oberlausitz

Obersorbisch: Hornja Łužica,
Niedersorbisch: Górna Łužyca,
Latein: Lusatia superior

Virtuelle Vitrine

  • Eisschrank

Vitrinenbild
  • Beschreibung:

    Eisschrank- Kühlschrank Die ersten Eisschränke bestanden aus Holz und waren mit Zinkplech und Porzellan isoliert. In das obere Fach kamen die Eisstücke, deren Kaltluft die im Fach darunter befindlichen Lebensmittel kühlten.

  • Zeitstellung:

    Mitte des 19. Jahrhundert

  • Museum:

    Museumsscheune Bloischdorf