Gleich hinter dem Heimatmuseum Dissen beginnt sie – die Zeitreise ins slawische Mittelalter. Familien in schlichten Leinen- und Wollkleidern, Krieger in voller Kampfrüstung aber auch Edelleute in feinen Gewändern haben hier für ein Wochenende ihr Lager aufgeschlagen.

Im Schatten der Zelte, Sonnensegel und Grubenhäuser herrscht am 25. und 26. Mai geschäftiges Treiben. Die Besucher können beim 14. Fest des slawischen Mittelalters den verschiedenen Handwerkern über die Schulter schauen, die wuchtigen Schläge des Steinmetzes verfolgen oder den flinken Bewegungen bei der Herstellung einer Glasperle. Das Färben von Stoffen wird ebenso demonstriert, wie das Gießen von Bronzeschmuckstücken. Auch heutzutage recht ungewöhnlich erscheinende Textiltechniken wie Sprang oder die Nadelbindung werden vorgeführt.

Wie in Dissen üblich müssen sich die Besucher nicht auf scheinbar ausgetretenen Pfaden eines Museumsbesuches bewegen, hier darf auch die Wiese betreten werden – solange es nicht die Walderdbeeren sind! Jegliche Fragen zum mittelalterlichen Leben dürfen den historisch Gekleideten gestellt werden. Selbst entdecken ist angesagt, mit den eigenen Sinnen eine längst vergessen geglaubte Welt begreifen, aber auch einfach nur zuhören.

Wie bei den vorangegangenen Festen des slawischen Mittelalters wird versucht, das Leben unserer wendischen Vorfahren – soweit es möglich ist – zum Leben zu erwecken. Dabei wird die ortsansässige „Stary-lud-Gruppe“ von „zugereisten“ Gruppen und Einzeldarstellern aus dem gesamten Bundesgebiet, aber auch aus Polen, der Tschechischen Republik, Russland, Weißrussland, den Niederlanden und Dänemark unterstützt. Sie alle beschäftigen sich historisch mit den slawischen Kulturgruppen, aber auch mit deren “Anrainern” wie Wikinger, Groß Mährern, Ottonen und Franken.

Musiker spielen auf historischen Instrumenten mittelalterliche Stücke und Geschichtenerzähler geben Märchen, Sagen und Legenden aus alter Zeit zum Besten.