Im kommenden Herbst ist es 30 Jahre her, dass auf den Straßen der DDR die friedliche Revolution begann. Unzählige DDR-Bürger machten ihrem Unmut über die Missstände in ihrem Heimatland Luft. Die DDR-Regierung konnte den friedlichen Protest nicht länger ignorieren und zog entsprechende Konsequenzen. Am 18. März 1990 fanden freie Volkskammerwahlen statt. Das Ergebnis bestimmte nachhaltig den Weg der deutschen Wiedervereinigung. Die Währungsunion, die Einführung der D-Mark in der DDR, trat am 1. Juli 1990 in Kraft. Am 3. Oktober 1990 wurden die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik wieder zu einem Land vereint.

Seit dieser Zeit ist kaum ein Bereich des öffentlichen Raumes unangetastet geblieben und auch für viele Menschen veränderte sich das Leben. Auch die Städte Forst (Lausitz) und Döbern sowie deren umliegenden Ortschaften waren von diesen Veränderungen geprägt. Doch nicht alle waren nachhaltig oder von langer Dauer. Manche Firmen wurden gegründet und wenig später wieder aufgelöst, Behelfsbauten, wie das Einkaufszelt an der Umgehungsstraße oder die Markthalle auf dem Friedrichplatz hatten nur eine vergleichsweise kurze Lebensdauer. Die Veränderungen in dieser Umbruchzeit, besonders auch für die Menschen, waren sowohl positiver als auch vielfach negativer Natur. Das Angebot in den Geschäften wuchs und wurde vielseitiger. Dafür aber waren nicht wenige Arbeitsplätze bedroht oder entfielen ersatzlos, bestehende oder neu gegründete Firmen mussten ihren Platz in der Marktwirtschaft finden und behaupten.

Die Fotoausstellung lässt in beeindruckenden Bildern Ereignisse und Veränderungen, aber auch ein Stück Normalität und Alltag in dieser Zeit in der Erinnerung der Besucher wieder lebendig werden. Sämtliche Fotografien wurden für die Berichterstattung in der Tageszeitung „Lausitzer Rundschau“ angefertigt und zum großen Teil veröffentlicht.