Das Seilerhandwerk und seine Produkte haben der deutschen Sprache eine Vielzahl wunderschöner Sprachbilder geschenkt. Wir müssen in schwierigen Situationen gordische Knoten lösen, haben einen Plan B, falls alle Stricke reißen, nutzen Seilschaften, um unsere Ziele zu erreichen oder hängen völlig erschöpft in den Seilen. Doch wer kennt eigentlich noch das Handwerk, dem wir das Seil verdanken – und wer weiß wie ein Seil entsteht? Dem einzigen Handwerk, das beim Rückwärtsgehen Geld verdient und dabei vorankommt, widmet das Brandenburgische Textilmuseum Forst eine Sonderausstellung. Es präsentiert die umfangreiche Privatsammlung der Kirchhainer Seilerdynastie Langmann und lässt dabei auch Forster Seilerei-Geschichte mit einfließen, die ein wichtiger Zulieferzweig der heimischen Textilindustrie war.